CW, DIG und PKT

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CW, DIG und PKT

Beitrag  DK7LST am 08.01.11 21:02

Moin!

Ich habe mir schön öfters die Frage gestellt, wie die "Pseudo-Betriebsarten" CW, DIG und PKT in Transceivern (speziell dem FT-857D) technisch implementiert sind.

Nach meinem bisherigen Verständnis ergibt sich:

CW: Ist eigentlich eine USB-Betriebsart, wobei der TRX aber auf eine um den eingestellten Side-Ton tiefere Frequenz abstimmt und schmalere Filter verwendet. Beim Senden wird mit dem Side-Ton moduliert, der durch den Freqenzversatz genau auf der eingestellten und angezeigten Sollfreqenz liegt.

CWR: Wie CW, nur mit LSB und Frequenzverschiebung nach oben.

PKT: FM-Modulation, nur dass das Mikro stummgeschaltet ist. Unklar ist mir allerdings, wieso an der DATA-Buchse sowohl ein 1k2- als auch ein 9k6-Signal anliegt. Was geht mit dem 1k2-Signal, was mit dem 9k6-Signal nicht geht? Historische Gründe?

DIG: SSB-Betriebsart, deren Lage über die Unterbetriebsart eingestellt wird: PSK-L und RTTY-L basieren auf LSB, PSK-U und RTTY-U auf USB.

Das gleiche gibt es auch noch als USER-L und USER-U, wo man jeweils einen Display-Offset (Menü 36) und einen "DIG Shift" (Menü 39) einstellen kann.

Ich verstehe das nun so, dass der Display-Offset dazu dient, eine andere Frequenz anzuzeigen als tatsächlich abgestimmt wird, so dass man z.B. immer die Frequenz des untersten RTTY-Tons des Ton-Paares angezeigt bekommt. Mag in manchen Situationen komfortabler sein und hat möglicherweise auch bei der Verwendung eines Rasters gewisse Vorteile?

"DIG Shift" verstehe ich nicht. Ist das ähnlich einer Relais-Ablage eine (zusätzliche?) Verschiebung zwischen TX- und RX-QRG? Bedeutet das dann, dass die normalen Split-Funktionen im DIG-Modus inaktiv sind?

Wo ist der Unterschied zwischen den PSK- und RTTY-Einstellungen? Unterschiedliche Display-Offsets?

Wäre gut, wenn jemand meine Ansichten bestätigen oder korrigieren könnte. Smile

lars
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Hmmm

Beitrag  dg7bbu am 09.01.11 0:48

Ich habe mir schön öfters die Frage gestellt, wie die "Pseudo-Betriebsarten" CW, DIG und PKT in Transceivern (speziell dem FT-857D) technisch implementiert sind.

Es gibt keine PSEUDO Betriebsarten... denn dann wären Sie überflüssig.

CW: Ist eigentlich eine USB-Betriebsart, wobei der TRX aber auf eine um den eingestellten Side-Ton tiefere Frequenz abstimmt und schmalere Filter verwendet. Beim Senden wird mit dem Side-Ton moduliert, der durch den Freqenzversatz genau auf der eingestellten und angezeigten Sollfreqenz liegt.

Nein, bei CW wird der Sender direkt getastet, wenn Du direkt auf der Frequenz bist ist schwebungsnull und du hörst nix. Es wird keine NF übertragen sondern nur eine unmoduliert Trägerfrequenz getastet. Die Töne macht der BFO es ist also Quasi so als wärest Du ein "wenig "neben der Frequenz. CWR ist die andere Frequenzlage (invers CW)
Praktisch hast Du in der Betriebsart CQ keinen Modulator/Demodulator nötig , die Stufe gibt es dann nicht in Deinem Gerät nicht. Die sind abgeschaltet.



PKT: FM-Modulation, nur dass das Mikro stummgeschaltet ist. Unklar ist mir allerdings, wieso an der DATA-Buchse sowohl ein 1k2- als auch ein 9k6-Signal anliegt. Was geht mit dem 1k2-Signal, was mit dem 9k6-Signal nicht geht? Historische Gründe?

Hmmm..... PKT bei 1k2 sind zwei Töne die im Wechsel übertragen werden diese werden durch einen Modulator in die HF Frequenzlage gebracht also wie beim "sprechen" entscheidend dabei ist nicht die Modulationsart. 9K6 kann nicht mehr durch einen NF Vorverstärker übertragen werden weil die Bandbreite bei der Geschwindigkeit steigt. (je höher die Geschwindigkeit der Datenübertragung des grösser die NF Bandbreite) also bei 9k6 kannst Du nicht mehr auf KW oder 2m geht nur auf 70cm.
Abgesehen davon werden für den Empfang Bandbreiten gebraucht, Du holst das digitale Datensignal (0 und1) direkt aus dem Diskriminator.

Alles andere an Betriebsarten sind Ton Modulationen die durch entsprechende NF Filter die mit einem DSP dargestellt werden. Richtig ist, das alle diese Betriebsarten im SSB Mode (bei KW) laufen (also nix AM ) Deswegen kannst Du auf UKW alles durchspielen, ist aber uninteressant da die Störabstände auf UKW so gross sind das Du dort die Betriebsarten PSK oder RTTY nicht brauchst. Diese langsamen Betriebsarten sind speziell für KW erfunden wegen der Bandbreiten. Siehe hierzu PSK31

Unterschiede zwischen PSK31 und RTTY ist die eigentliche Betriebsart.
Mit dem Schalter schaltest Du nur NF Bandbreiten.

Display Verschiebung / Offset sind nur gefühlt

Weiteres kann ich Dir gerne noch über Funk erläutern... Sehr schön kannst Du das übrigens sehen wenn Du mit dem Programm HAM Radio Deluxe das Wasserfalldiagramm einschaltest auf eine PSK Frequenz stellst so das diese dekodiert wird und dann ohne die Betriebsart zu wechseln auf ein RTTY Signal zu stellen, dann siehst Du das was ich meine.

Gruss Uwe

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Re: CW, DIG und PKT

Beitrag  DK7LST am 09.01.11 16:02

Hallo Uwe!

dg7bbu schrieb:
Ich habe mir schön öfters die Frage gestellt, wie die "Pseudo-Betriebsarten" CW, DIG und PKT in Transceivern (speziell dem FT-857D) technisch implementiert sind.
Es gibt keine PSEUDO Betriebsarten... denn dann wären Sie überflüssig.
Darum habe ich es in Anführungszeichen gesetzt. Ich wollte damit Ausdrücken, dass diese Betriebsmodi mehr "Komforteinstellungen" sind, die im Gerät auf andere Betriebsarten abgebildet werden. Ich wollte damit auch nicht sagen, dass Morsen überflüssig ist, sondern dass ich vermute, dass die Art und Weise, wie CW-Signale in Transceivern wie dem FT-857D erzeugt werden, von der klassischen Methode durch direkter Trägertastung abweicht. (Begründung siehe unten)

dg7bbu schrieb:
CW: Ist eigentlich eine USB-Betriebsart, wobei der TRX aber auf eine um den eingestellten Side-Ton tiefere Frequenz abstimmt und schmalere Filter verwendet. Beim Senden wird mit dem Side-Ton moduliert, der durch den Freqenzversatz genau auf der eingestellten und angezeigten Sollfreqenz liegt.
Nein, bei CW wird der Sender direkt getastet, wenn Du direkt auf der Frequenz bist ist schwebungsnull und du hörst nix. Es wird keine NF übertragen sondern nur eine unmoduliert Trägerfrequenz getastet.
Worauf ich hinaus wollte ist, dass meiner Ansicht nach in Bezug auf die HF-Aussendung gleichwertig ist, ob ich zur Erzeugung von CW auf der Frequenz f entweder einen unmodulierten Träger der Frequenz f taste oder einen NF-Sinuston der Frequenz s auf der Frequenz f-s in USB aussende. Oder mache ich da einen Denkfehler?

Ich vermute, dass das zweite Verfahren eine Kostenersparnis bringt und bei einem modernen SSB-fähigen Transceiver fast komplett via Software realisiert werden kann.

Wenn ich das nächste mal in CW sende, muss ich mal drauf achten, ob die rote Sende-LED zwischen den Zeichen aus geht.

dg7bbu schrieb:
Die Töne macht der BFO es ist also Quasi so als wärest Du ein "wenig "neben der Frequenz. CWR ist die andere Frequenzlage (invers CW)
Mir ist die Funktion des BFO noch nicht ganz klar und die Wikipedia ist da auch keine große Hilfe, da etwas zu allgemein gehalten.

Ich stelle mir das so vor, dass der BFO ein HF-Oszilator ist, der auf der Frequenz f-s schwingt. Damit würde ein CW-Signal der HF-Frequenz f auf die NF-Frequenz s heruntergemischt. Die Frequenz s ist dann im Lautsprecher hörbar.

Das ist dann aber das gleiche, was ein USB-Empfänger tun würde, der auf die Frequenz f-s eingestellt ist?

dg7bbu schrieb:
Praktisch hast Du in der Betriebsart CQ keinen Modulator/Demodulator nötig , die Stufe gibt es dann nicht in Deinem Gerät nicht. Die sind abgeschaltet.
Hmm, ok. Vielleicht haben wir ein anderes Begriffsverständnis. Die klassische Tastung eines Senders würde ich als AM-Modulation mit 100%iger Trägerabsenkung sehen und ein Runtermischen einer HF in den NF-Bereich würde ich auch als Demodulation durchgehen lassen. Da ich aber nicht aus dem E-Technikbereich komme, weicht mein Begriffsverständnis vielleicht ab. Man kann sicher auch argumentieren, dass ein einfaches Runtermischen "zu simpel" ist, um als Demodulation bezeichnet zu werden. Ich hoffe, durch mein Beispiel oben ist etwas klarer geworden was ich meine, auch wenn ich vielleicht nicht jeden Begriff immer 100%ig korrekt verwende (genau dazu dient dieser Thread ja: Ich möchte hinter die Kulissen schauen und die tieferen Zusammenhänge verstehen Smile ).

dg7bbu schrieb:
PKT: FM-Modulation, nur dass das Mikro stummgeschaltet ist. Unklar ist mir allerdings, wieso an der DATA-Buchse sowohl ein 1k2- als auch ein 9k6-Signal anliegt. Was geht mit dem 1k2-Signal, was mit dem 9k6-Signal nicht geht? Historische Gründe?
Hmmm..... PKT bei 1k2 sind zwei Töne die im Wechsel übertragen werden diese werden durch einen Modulator in die HF Frequenzlage gebracht also wie beim "sprechen" entscheidend dabei ist nicht die Modulationsart. 9K6 kann nicht mehr durch einen NF Vorverstärker übertragen werden weil die Bandbreite bei der Geschwindigkeit steigt. (je höher die Geschwindigkeit der Datenübertragung des grösser die NF Bandbreite) also bei 9k6 kannst Du nicht mehr auf KW oder 2m geht nur auf 70cm.
Abgesehen davon werden für den Empfang Bandbreiten gebraucht, Du holst das digitale Datensignal (0 und1) direkt aus dem Diskriminator.
Ja, da hast Du natürlich recht.

Worauf ich hinaus wollte: Warum liegen an der Buchse zwei Signale auf eigenen Pins an?
Ich habe sowohl 9k6 als auch 1k2 bisher immer mit dem 9k6-Pin der DATA-Buchse gemacht und das war nie ein Problem.

Die Frage zielte daher auf Fälle, in denen man eine externe Schaltung wie einen TNC oder ein Soundkarteninterface zwingend an den 1k2-Pin der Schnittstelle anschließen muss, weil es über den 9k6-Pin nicht funktioniert. Auch wenn die zusätzliche Bandbreite nicht benötigt wird, schaden sollte sie nicht?

dg7bbu schrieb:
Unterschiede zwischen PSK31 und RTTY ist die eigentliche Betriebsart.
Mit dem Schalter schaltest Du nur NF Bandbreiten.
Ah, genau das wollte ich wissen. Danke. Smile

dg7bbu schrieb:
Display Verschiebung / Offset sind nur gefühlt
Was meinst Du mit "nur gefühlt"?

dg7bbu schrieb:
Weiteres kann ich Dir gerne noch über Funk erläutern... Sehr schön kannst Du das übrigens sehen wenn Du mit dem Programm HAM Radio Deluxe das Wasserfalldiagramm einschaltest auf eine PSK Frequenz stellst so das diese dekodiert wird und dann ohne die Betriebsart zu wechseln auf ein RTTY Signal zu stellen, dann siehst Du das was ich meine.
Ich habe bisher alle Signale im PSK-Modus des Transceivers dekodiert und das klappte auch gut. Der PSK-Modus wird in der Anleitung als universeller Modus dargestellt. Aber die Idee mit dem Wasserfall gut, ich sollte mal sehen wie sich das Rauschen verändert, wenn ich den Transceiver umschalte. Unterschiedliche Filter müssten da sichtbar werden.

Auf das Angebot mit dem QSO komme ich aber gerne zurück. Smile

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